In dem kleinen südportugiesischen Mértola gibt es viele alte Wassermühlen. Die Gezeiten rhythmisieren das Leben. Die Farbe des Wassers und das Aussehen der Landschaft ändern sich im Laufe des Jahres. Der Ort hat auch eine Dichterin hervorgebracht, Manuela Ferreira. In ihrem Gedicht „Alma“ stellt sie die wichtige Frage: „Warum betrachten wir den Fluss?“
Hiroatsu Suzuki & Rossana Torres PT 2025 | Deutsche Premiere Grand Prix, Doclisboa 72 min | Portugiesisch
Hiroatsu Suzuki
Geb. 1970 in Japan. Autodidaktischer Filmemacher und bildender Künstler. Nach einigen Erfahrungen mit unabhängigen Filmproduktionen zog er von Kyoto nach Okinawa, wo er sich für die Landschaftsfotografie interessierte. Er reiste nach Europa, um seine visuelle und künstlerische Praxis durch Fotografie und Filmbetrachtung zu entwickeln. Nachdem er einige portugiesische Filme gesehen hatte, beschloss er, in Portugal zu bleiben.
Rossana Torres
Geb. 1965 in Rumänien. Studierte bildende Kunst und Film in Lissabon. Sie gründete den Verein Entre Imagem für Filmproduktion sowie Kultur- und Bildungsprojekte. Seit 1994 lebt und arbeitet sie in Mértola.
Gemeinsame Filme
Cordão Verde 2009 | O Sabor do Leite Creme 2012 | Terra 2018 (14. UX) | Água Mãe 2025
In seinem ersten abendfüllenden Desktop-Dokumentarfilm für das Kino setzt sich Filmemacher Kevin B. Lee mit den historischen Spuren extremistischer Propaganda und den Bemühungen derjenigen auseinander, die ihren gewaltsamen Auswirkungen entgegentreten. „Afterlives“ untersucht, wie man der in diesen Medien eingeschriebenen Gewalt begegnen kann – mit dem Ziel, über ihre toxischen Effekte hinauszugehen und sich mit Machtstrukturen auseinanderzusetzen, die vom kolonialen Erbe bis ins digitale Zeitalter reichen. Zwischen virtuellen und physischen Umgebungen bewegend, begegnet der Film einer Künstlerin, einer Aktivistin und einer Forscherin, die das Erbe des gewaltsamen Extremismus nutzen, um neue Bilder und Erzählungen zu schaffen – und damit neue Möglichkeiten für die Zukunft eröffnen. – pong film
Kevin B. Lee DE, FR, BE 2025 88 min | Englisch, Deutsch | Desktop
Kevin B. Lee
Geb. 1975. Studierte Film, Video, New Media, Animation und Visual Critical Studies am Art Institute of Chicago. Seit 2022 ist er Professor für die Zukunft des Kinos und der audiovisuellen Künste an der Università della Svizzera italiana (USI) in Kooperation mit dem Locarno Film Festival. AFTERLIVES ist sein Langfilmdebüt.
R+B: Kevin B. Lee | K: Ginan Seidl | E: Janina Herhoffer | S: Aline Bonvin | SD: Laszlo Umbreit | M: Tadklimp, Maya Shenfeld | P: Caroline Kirberg | V: Arsenal | WS: pong film | Mit Kevin B. Lee, Morehshin Allahyari, Nava Zarabian, Anne Speckhard
„Grand Prix” in der Werkstatt des Avantgardisten: Der Film wird in seine Einzel-Shots zerlegt und nach der Länge seiner Einstellungen neu montiert. Es beginnt mit einem Stakkato ultrakurzer Filmfragmente, das die Zeit regelrecht überwindet, so rasant wechseln in Millisekunden die Bilder. Bald beginnt man, sich in einer gemächlicheren Geschwindigkeit einzurichten. Einmal sitzt man mit Antonio Sabàto im Cockpit, wird von einer heftig unter einem dahinfliegenden Rennstrecke mitgerissen. Ein erstaunlicher Effekt legt sich durch die streng metrische Anordnung über die Narration und die erzählte Zeit. Alles wird alptraumhaft durch Bilder, die an verschiedenen Filmpunkten wiederkehren, nicht in der Psycho-Logik des Plots, sondern allein in der metrischen Logik der Montage. – Ein beeindruckendes Essay über Zeit und Erinnerung. – Dunja Bialas
Norbert Pfaffenbichler AT 2026 | Deutsche Premiere 167 min | Englisch
Norbert Pfaffenbichler
Geb. 1967 in Steyr, Österreich. Studierte an der Universität für Angewandte Kunst, Meisterklasse für Visuelle Mediengestaltung, in Wien. Seit 2001 ist er als freischaffender Künstler, Filmemacher und Kurator tätig. Lebt und arbeitet in Wien.
Filme (Auswahl)
Notes on Film 02 2006 (1. UX) | Mosaik mécanique 2007 (3. UX) | A Messenger from the Shadows (Notes on Film 06 A / Monologue 01) 2013 (9. UX) | Invest in Failure (Notes on Film 06 C /Monologue 03) (13. UX) | 2551.01 –The Kid 2021 (16. UX) | 2551.02 – The Orgy of the Damned 2023 (18. UX) | 2551.03 – The End 2025 (20. UX) | ADGIN PRRX 2026 | Frankenstein Fragment 2026
Eine russische Lehrerin wird von einer Schülerin denunziert, weil sie im Unterricht die Invasion der Ukraine kritisiert. Im Exil in Berlin stellt sie mit einer Schulklasse den Fall nach. Sie will verstehen, warum es zu dem Verrat kam, und welche Auswirkungen und Konsequenzen Zensur und Verfolgung auf das Leben der Einzelnen und die Gemeinschaft haben. – Eine Lehrstunde über Totalitarismus, Verrat und Widerstand und ein dokumentarisches Experiment.
Yulia Lokshina DE 2025 Goldene Taube, DOK Leipzig 82 min | Deutsch, Englisch, Russisch, Kirgisisch
Yulia Lokshina
Geb. 1986 in Moskau, Russland. Studierte Dokumentarfilmregie an der HFF München. Im Zuge ihrer Arbeit am Forum Internationale Wissenschaft in Bonn entstanden audiovisuelle Projekte an der Schnittstelle von Film und Wissenschaft.
Filme
Run, don’t walk 2014 | Days of Youth 2018 | Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit 2020 | Active Vocabulary 2025 | Im Umkreis des Paradieses 2026
Dunja Bialas & Amelie Hochhäusler DE 2026 | 7 min | DVCam & Mobiltelefon | Französisch, Deutsch | Weltpremiere
1975 inszeniert Marguerite Duras im Château Rothschild bei Paris ihren experimentellen Erinnerungsfilm INDIA SONG. Ein Jahr später dreht sie ein Remake: Sie behält die Originaltonspur bei und verbindet sie mit Aufnahmen, die den Verfall des Ortes dokumentieren. 50 Jahre später besuchen wir das Schloss. – Dunja Bialas & Amelie Hochhäusler
LUZI DE, MA 2026 8 min | ohne Dialog | Weltpremiere
Das Nichts und die Wüste. Das Nichts und die Umgebung. Das Nichts und die Straße. Alle reden über Hitze. Hitze 2026. Das Bewusstsein verlässt den Körper und schwebt darüber. Angenehm und verstörend. Traumlandschaften und Nichts. Abgeschieden. Wüste. Beruhigend. Weich. Der Schatten wird zum höchsten Gut. Und Windräder von Siemens sind über das Gebiet verstreut. Marokko, 2026. Beim Fahren durch die Windschutzscheibe gefilmt. Ich möchte keine Geschichte erzählen. – LUZI
Noah Mrosczok DE 2026 | 6 min | DVCam | ohne Dialog | Weltpremiere
Ein Hund läuft durch einen Wald. Die verpixelte Digitalkamera folgt seinen Bewegungen, seinen Laufwegen, seinem Innehalten und seinen Abschweifungen. Aufgenommen mit der legendären Sony PD150 erscheint die Natur als entrückter Raum der Möglichkeiten, den ihr tierischer Protagonist selbstständig erkundet. Eine Entdeckungsreise. – Noah Mrosczok
Benedikt Guntentaler DE 2026 | 5 min | DVCam & WebCam | Deutsch | Weltpremiere
Voyeurismus und gebrochene Filmbilder. Eine statische Einstellung meines Innenhofes, samt separierter Tonebene und einem digitalen Bruch, der zeigt: Nothing ever really changes. Nur unser Blick auf das Kino und den Wind in den Blättern. Für Alfred Hitchcock und Aleksandre Koberidze. – Benedikt Guntentaler
Rainer Knepperges DE 2026 | 3 min | ohne Dialog | Weltpremiere
Alle Wege führen nach München, nur nicht der mittlere! Rainer Knepperges vierte REISE stellt erneut ein filmisches Durchschreiten von Städten, Partys, alltäglichen Merkwürdigkeiten und Schönheiten dar. Überblendungen setzen sich über Distanzen hinweg, Split-Screens etablieren einen geteilten Kosmos.
Okin Cznupolowsky DE 2020 | 3 min | Deutsch | in memoriam
Zeit des Lockdown. Alle sind im Stadtpark oder auf der Beach-Party. Nur einer ist vernünftig und bleibt zuhause: der Stubenhocker-Rocker. In memoriam Okin Cznupolowsky
Untersuchungen der Sprache und des Films – genauer: des Filmmaterials – als sprachliches Werkzeug sowie der ihr eingeschriebenen Macht. Was heißt es, zwischen Ländern, Sprachen und den jeweiligen Lebenswelten zu stehen? Welche Verluste kann – oder muss – man für ein Leben unter neuen Restriktionen im „promised land Germany“ in Kauf nehmen? Essayistische Navigationen durch Behördenduktus, Wortspielereien und den Produktionsprozess des Filmemachens als (Un-)Möglichkeit des Sprechens.
Ein Park in Berlin. Pfade, die sich verzweigen, Fragmente narrativer Fäden, die zeitlich wie räumlich aufgebrochen um eine Leerstelle kreisen. Ein ständiges Umschlagen alltäglicher Lebenswirklichkeit ins fast Geisterhafte.
Claire Angelini FR 2026 | 16 min I HD I Italienisch | Weltpremiere
Der berühmte italienische Autor Mario Rigoni Stern widmete sein schriftstellerisches Leben der Aufarbeitung seiner schrecklichen Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg – er selbst hatte seine Kindheit in Landschaften an der italienisch-österreichischen Grenze verbracht, die von den Spuren des Ersten Weltkriegs (1916–1918) geprägt waren. Heute hat sein Urenkel das Erbe angetreten, erneut Nein zum Krieg zu sagen.
Jan Soldat AT, DE 2026 | Deutsche Premiere 15 min | Deutsch
Er war das, was man einen Schauspielexzentriker nennt. Wenn er vor die Kamera marschierte, brachte er seine eigene Welt mit. Und für die Dauer seines Auftritts okkupierte er den Film. Alfred Edel (1932-1993), Charakterschädel des Neuen Deutschen Films, ließ keinen Platz neben sich, wozu auch? Soldat widmet dem genialen Dilettanten eine überaus anregende Archivkomposition. – Viennale
Dagie Brundert DE 2025 | Preis des Deutschen Wettbewerbs, Kurzfilmtage Oberhausen | 8 min | Super 8 | Englisch, Deutsch
Angesiedelt in Derek Jarmans Cottage in einem Flecken in England, wo es die schönsten Kiesel gibt. Und auf die allerschönste Weise wird das Orakel verballhornt, das die Regisseurin auf den Wiesen hinter dem Haus entdeckt, wo Nachbarin Audry täglich neue Wäsche im Wind flattern lässt. Betörend sind die Super-8-Bilder, der leichte Gitarrensound und die Stimme, mit der die Off-Erzählerin ihren Reisebericht einmal auf Deutsch, dann auf Englisch einspricht. – Dunja Bialas
Philipp Hartmann DE 2026 | Deutsche Premiere | Flash Award, FID Marseille 30 min | 16mm | Deutsch, Spanisch
Ein alternder Filmemacher mit schwindender Sehkraft wartet auf einem Parkplatz auf seine Frau. Zwischen Bau- und Supermarkt, Elektronik-Discounter und Autowaschanlage denkt er nach – über die Erlebnisse beim Mittagstisch und auf der Bank in der Sonne neben Aldi, über das Geschehen anderswo in der weiten Welt, über Sonderangebote und über nicht realisierte Filmprojekte. Ein Portrait an und von einem Nicht-Ort. Beobachtet in handentwickeltem 16mm-Film. – Philipp Hartmann
Ulu Braun DE 2026 | Weltpremiere 17 min | ohne Dialog
„Electric Birds“ legt die anthropozentrischen Filter offen, durch die wir unsere Umwelt wahrnehmen. Der Film kontrastiert Natur und Zivilisation und zeigt Landschaften im Übergang, dort, wo Wald zu Brettern wird und Stromleitungen den Himmel durchschneiden. Im Wechsel der Perspektiven von Vogel, Kamera und Mensch entsteht ein Sog in eine Parallelwelt archaischer Existenz. Eine Verdichtung der Sinne löst vertraute Blickordnungen und tastet sich an die Frequenz der Vögel heran. – Ulu Braun
Julien Rivoire FR 2026 | Weltpremiere 6 min | Animation
Inspiriert von einer orientalistischen Ästhetik und von den Bildern aus Gaza versuche ich, die koloniale Vorstellungswelt zu untergraben. Jedes einzelne Bild wird sorgfältig ausgearbeitet, anschließend ausradiert, verwischt, weggewischt, zerrissen und über mehrere Tage hinweg auf demselben Blatt Papier immer wieder neu bearbeitet. Die Tonspur verbindet palästinensische Stimmen mit den Geräuschen israelischer Drohnen, entnommen aus Videos in den sozialen Medien. – Julien Rivoire
Siegfried A. Fruhauf AT 2026 15 min | Animation | ohne Dialog
Aufnahmen eines Spielzeugzebras werden geschnitten, geklebt, umgekehrt und bis an die Grenzen der Unlesbarkeit manipuliert. Die vorgebliche „Wahrheit“, die der Film verspricht, hängt von Rahmung, Zusammenhang und Beweggründen ab. Dieses Medium ist inhärent unzuverlässig, rutschig und Veränderungen unterworfen. Es steckt sogar im Titel: Einmal schnell die Buchstaben getauscht, und aus „Flim“ wird „Film“. – Chris Clarke
Forever … Forever
dienstag 13 okt 18:00 theatiner mit James Benning, EIGHT BRIDGES
Johann Lurf AT, FR 2026 | 21 min | 65mm | ohne Dialog
Ein Experiment in Zeit, Licht und Raum: 22 Monate, Tag und Nacht durch alle Jahreszeiten derselbe und doch stets andere Blick auf den Ottenstein Stausee im niederösterreichischen Waldviertel, dargereicht vom 70mm-Wizard Lurf. Mit seiner selbst konstruierten Kamera, die autonom Lichtmessung, Stand- und Bewegtbild kombiniert, und dem stetig fließenden sub-sonischen Soundteppich von Jung An Tagen bringt er die Leinwand zum Glühen und definiert wie nebenbei, was dieses fragile Geschöpf, das sich Kino nennt, im Innersten zusammenhält. – Bernd Brehmer
Markus Mischkowski & Christos Dassios DE 2026 | 3 min | 16mm | ohne Dialog
Man könnte diese dreieinhalb Minuten als Reenactment und Hommage an Kenneth Angers Klassiker „Kustom Kar Kommandos“ von 1965 lesen; doch geht es hier und heute nicht mehr nur darum, die männliche Liebe zum Auto auf ihren homoerotischen Gehalt abzuklopfen. Die nostalgische Volte zielt vielmehr auf den Experimentalfilm selbst und auf die DDR, aus der der Wartburg eben nicht zufällig stammt. Aber ist das nun Liebe? Parodie oder Dekonstruktion? Die Antwort bleibt aus. – Kurzfilmtage Oberhausen
A Man jumps into the Water (Un hombre que salta al agua)
NicolásZukerfeld AR 2026 | Deutsche Premiere | 10 min | 16mm | Spanisch
Ein Mann taucht in einem See in einem Park in Buenos Aires unter, und niemand sieht ihn wieder auftauchen. Ausgehend von dieser rätselhaften und mysteriösen Kurzmeldung, deren Bedeutung sich umso mehr vernebelt, je tiefer man versucht, ihr auf den Grund zu gehen, konstruiert Nicolás Zukerfeld einen Film, der sich weniger wie eine Ermittlung, sondern eher wie ein Streifzug entfaltet. – FID Marseille
Search for Immortality (La búsqueda de la inmortalidad)
Nicolás Zukerfeld AR 2026 | Deutsche Premiere | 5 min | 16mm | ohne Dialog
Ein Buch, das in drei Kapitel unterteilt ist und 128 Seiten umfasst. Ein Film mit 3.420 Bildern pro Sekunde, gedreht mit einer Bolex H16 Rex auf 16mm-Material. Vielleicht ist die Suche nach Unsterblichkeit genau das: der Versuch, eine Gesamtheit einzufangen, die zugleich unmöglich und fragmentarisch ist. – Synchro Film Fest
Rainer Knepperges DE 2026 | Weltpremiere | 5 min | Deutsch
Köln ist in Deutschland der einzige Ort, an dem Astronauten ausgebildet werden. Der Astronaut Matthias Maurer, Projektleiter der Luna-Anlage in Köln, gibt ein Radio-Interview.
Der Grand-Prix-Fahrer Pete Aron wird von seinem Rennteam entlassen, nachdem er bei einem Unfall in Monaco seinen britischen Teamkollegen Stoddard verletzt hat. Aron wechselt zum japanischen Team und beginnt eine Affäre mit Stoddards Ex-Frau. Gedreht bei laufendem Rennbetrieb auf den Strecken von Monte Carlo, Brands Hatch und Monza.
Nicolás Pereda MX, DE, CA 2026 | 71 min | span. OmeU
Die Kammerspiele des Mexikaners Nicolás Pereda sind Lieblingsfilme von UNDERDOX. Diesmal geht es um eine mexikanische Komponistin und Cello-Spielerin, die ein TV-Interview geben soll. Akustische Störungen sprengen indes die Antworten. Komisch, ironisch, lakonisch: Eine ungewöhnliche Persiflage auf das Künstler-Interview.
In den 1960er-Jahren bereisten mobile Filmeinheiten des United States Information Service (USIS) den Nordosten Thailands und zeigten der Landbevölkerung Propagandafilme. Ein Travel-Vlog zurück in die Vergangenheit.
Filme von Isabelle Prim, Nicola Eddy, Oscar X. Illingworth, Nataliya Ilchuk, Natalie Cubides-Brady Länder: FR, IT, EC, GB, UA | Länge: 84 min
Das Festival Archivio Aperto, seit 2008 in Bologna, ist den Home Movies gewidmet. Es geht um die Sichtbarmachung, Reflexion und Aufklärung des kleinformatigen Filmerbes und um die Wiederverwendung im zeitgenössischen Kontext. Wir zeigen Highlights aus dem Festivalprogramm von Bologna!
Zu Gast: Nicola Eddy, Stella Kluge (Young People’s Choice)
Kevin B. Lee DE, FR, BE 2025 | 88 min | engl. OV | Desktop
Die historischen Spuren extremistischer Propaganda und deren Auswirkungen. Wie kann der in den Medien eingeschriebenen Gewalt begegnet werden? Begegnung mit einer Künstlerin, einer Aktivistin und einer Forscherin, die neue Bilder und Erzählungen schaffen wollen. Überwiegend am Desktop entstanden, bewegt sich der Film zwischen dem virtuellen Bildschirm und der physischen Umgebung. Ein Film, der neue filmische Möglichkeiten für die Zukunft eröffnet.
Ted Fendt DE 2026 | 63 min | dt., ital. franz. OmeU
Alejo ist aus Argentinien nach Berlin gekommen. Wegen des vielen Grüns in der Stadt ist er geblieben. Leonie liest: Bücher von Anna Maria Ortese, in deutscher Übersetzung, auf Italienisch, auf Französisch. Ein Lesekreis bildet sich. Das Lesen durchwirkt diesen Film und gibt der Textur der 16-mm-Bilder eine sanfte Eindringlichkeit.
Ivan Marković RS, FR, DE, KH 2026 | 76 min | Khmer OmeU
Die leeren Versprechungen der New Economy: In Kambodscha zeigt sich entlang der Rohbauten einer Gated Community die Schere zwischen Reich und Arm, den Arrivierten und den Arbeitern, der Architektur und der Natur.
Material kehrt zurück – nicht als Erinnerungsstücke, sondern als Frage: Was heißt Autor*innenschaft, wenn die Kamera in vielen Händen lag und sich erst in der Montage entschied?
Michal Kosakowski DE, AT 2025 | 102 min | ohne Dialog
Die Ikonografie des Holocausts in einer Montage aus Tausenden von fiktionalen Nach-Bildern. Ein erschütterndes Essay über das kollektive Gedächtnis, in das die dokumentarischen Bilder des Schreckens eingegangen sind.
Daniel Kötter DE, ID, CD 2026 | 79 min | dt,., Suaheli, indon. OmeU
Die Wälder Deutschlands, Indonesiens und der DR Kongo entlang der Praktiken, Instrumente und Motive der Holzgewinnung. Die historischen und ökonomischen Ungleichheiten zwischen dem Westen und dem Globalen Süden werden ebenso manifest wie das allgegenwärtige Streben nach der Ausbeutung natürlicher Ressourcen.
Zu Gast: Daniel Kötter
20:00 werkstattkino | artist in focus: Bernardo Zanotta
Heart of Hunger | In His Bold Gaze | Wild Fruits + Tragédia Bernardo Zanotta NL 2018–2022 + NL/BR/FR 2025 | Gesamt 99 min
Eine Hommage an den Körper als Erzählung über das Unaussprechliche, Geschichte über einen Computertechniker aus Rothenburg, der 2001 einen Berliner Ingenieur verspeiste, und ein Kostümdrama nach Montaigne untersuchen die gemeinsamen Wurzeln von Queerness und Kannibalismus. Außerdem: Autofiktionale Fantasie über ein Mordkomplott gegen den Vater, mit der Zanottas filmisches Schaffen im Alter von 13 Jahren begann.
Stanley Schtinter GB 2026 | Stimme: Jeremy Irons | 86 min | engl. OV | German Premiere
Eine ultimative Filmgeschichte im Angesicht des Todes. Welche Filme haben Franz Kafka, F.W. Murnau, Charlie Chaplin, Sergio Leone, John F. Kennedy, Olof Palme oder Kurt Cobain als Letztes gesehen – bevor sich ihre Erinnerung für immer auslöschte?
Péter Lichter HU 2026 | 62 min | ohne Dialog | Deutsche Premiere
Rückkehr aus dem Zwischenreich der Bilder: Ausgehend von Coppolas BRAM STOKER’S DRACULA werden unzählige „Dracula”-Versionen in einen suggestiven Montage-Reigen gebracht.
Vivian Ostrovsky & Ruti Gadish USA 2025 | 67 min | engl. OV
Ganz aus Archivbildern setzt sich ein Stück Lebensgeschichte der amerikanischen Lyrikerin über ihre Jahre in Brasilien zusammen. Elizabeth Bishop lebte mit der Architektin Soares im „Lota-Haus“, schrieb dort „Questions of Travel“ und Liebesgedichte, die das Haus in sensorischen Bildern direkt in die Natur einbetten.
In der Dunkelheit erschaffen Licht, Geruch, Visuals und Sound einen sinnlichen Raum. Die Elemente fließen ineinander. Bilder erscheinen und verschwinden in der Dunkelheit, verblassen in Weiß. Ein Raum zwischen den Räumen entsteht, form- und grenzenlos.
Erinnerung bewahren: Filmvorführung und Gespräche mit Angehörigen der NS-„Euthanasie“-Opfer. In Kooperation mit der Gedenkinitiative NS-„Euthanasie“-Opfer.
Zu Gast: Barbara Baum, Margarete Flygt (Angehörige), Sibylle von Tiedemann (Gedenkinitiative)
Das Schweigen brechen – Angehörige von Opfern der NS-Euthanasie erzählen Robert Domes DE 2025 | 30 min
Um die 300.000 Menschen fielen in der NS-Zeit den „Euthanasie“-Morden zum Opfer. Doch in der Erinnerungs- und Gedenkkultur spielen sie nur selten eine Rolle. Bis heute beeinflussen die Verbrechen die Diskussionen über Inklusion sowie den Umgang mit Behinderten und Randgruppen. Die Krankenmorde haben in den Familien der Opfer ein Trauma hinterlassen. Viele der Nachkommen machen sich auf Spurensuche und brechen das Schweigen.
Eigentlich wollte ich nicht so lange bleiben Andreas Grützner DE 2025 | 23 min | Preis der deutschen Filmkritik
Wie hat sich der Umgang mit Menschen in Heil- und Pflegeanstalten von den 70er Jahren bis heute verändert? Wer waren die Menschen, die in einer Einrichtung lebten, und wie war es, dort als junger Mann in den 70ern zu arbeiten? Konfrontiert mit einer traumatischen Entdeckung in der Familienbiografie beginnt eine Reflexion anhand von Archivmaterial.
Norbert Pfaffenbichler AT 2026 | 167 min | engl. OV | Deutsche Premiere
GRAND PRIX in der Werkstatt des Avantgardisten: der Film wird in seine Einzel-Shots zerlegt und nach der Länge seiner Einstellungen neu montiert. Fahren kann das Gefährt nun nicht mehr. Was für ein Spaß!
Zu Gast: Norbert Pfaffenbichler
Pole Position 1: GRAND PRIX (Sonntag, 3.10. 19 Uhr Werkstattkino) Pole-Position-Kombiticket 14€
20:00 werkstattkino | cine ibérico – filming nature filming architecture
Oskar Alegria ES 2026 | Dt. Premiere | 91 min | bask., span. OmeU
Eine Reise in 14 Nächten durch die Basilika von Arantzazu, geprägt durch die künstlerische Vision der baskischen Bildhauer Jorge Oteiza und Eduardo Chillida. In der Basilika von Arantzazu entfaltet sich die längste Nacht, neben der Orgel des Heiligtums, wo sich der Filmemacher Oskar Alegria zurückzieht, um dem Pianisten Iñar Sastre von den verbrachten Nächten zu erzählen.
Der Großvater, im Krieg geboren, in der DDR aufgewachsen und zum Arzt ausgebildet, später von der Stasi als IM angeworben. „Wir sind das Volk!“: Christa Wolfs Rede am 4.11.1989 in Ost-Berlin. Super-8-Erinnerungen der jungen Großeltern. Ein betörendes Filmessay, ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Jury beim Visions du Réel.
Hiroatsu Suzuki & Rossana Torres PT 2025 | 72 min | port. OmeU | Doclisboa Award
In dem kleinen südportugiesischen Mértola gibt es viele alte Wassermühlen. Die Gezeiten rhythmisieren das Leben. Die Farbe des Wassers und das Aussehen der Landschaft ändern sich im Laufe des Jahres. Der Ort hat auch eine Dichterin hervorgebracht, Manuela Ferreira. In „Alma“ stellt sie die wichtige Frage: „Warum betrachten wir den Fluss?“ – Ausgezeichnet mit dem Doclisboa Award
Elektrische Vögel im Anthropozän, Kennth Anger & die Liebe zum Wartburg, eine Reise zum Mars, Alfred Edel und die legendären Mehlbeutel in einer Raststätte. Filme von Ulu Braun, Nicolás Zukerfeld, Julien Rivoire, Markus Mischkowski, Dagie Brundert, Rainer Knepperges, Siegfried A. Fruhauf, Jan Soldat, Philipp Hartmann
Zu Gast: Philipp Hartmann, Rainer Knepperges | Präsentiert von Benedikt Guntentaler & Timur Özkan (Young Curators)
Acht Brücken in den USA verbinden nicht nur die Ufer, sondern auch Himmel und Wasser. „Es scheint an der Zeit zu sein, Brücken zu betrachten.“ – James Benning
Forever … Forever
Johann Lurf AT, FR 2026 | 21 min | ohne Dialog
Lake Spotting: mit einer selbstkonstruierten 65-mm-Kamera, 22 Monate lang. Objekt der Beobachtung: der Ottensteiner Stausee. Herausgekommen ist ein eindrucksvoll monumentales Bild kosmischer Bewegung. Je länger die Belichtung, desto mehr verschieben sich die Dimensionen – in rasantem Tempo.
18:00 werkstattkino | cine ibérico – new narrative cinema
Bingham Bryant PT, US, DE 2026 | 70min | port., span., franz. OmeU | Deutsche Premiere
Luftspiegelungen an der spanischen Küste haben Anne auf die Insel Santa Clara gebracht. Auf der Überfahrt nach San Sebastián begegnet sie der Portugiesin Margarida. Eine verwunschene Geschichte über das Sehen, das Begehren und die Sinnestäuschung.
Ein Stubenhocker-Rocker, die Eliminierung diakritischer Zeichen in Formularen, eine schöne Reise, ein Hund, ein Hinterhof, die Erinnerung an einen Namen. Filme von Okin Cznupolowsky (in memoriam), Claire Angelini, Mina Simendić, Myriam Arleth, Rainer Knepperges, LUZI, Benedikt Guntentaler, Noah Mrosczok, Amelie Hochhäusler, Dunja Bialas.
Mohanad Yaqubi PS, BE, QA 2026 | 81 min | franz., engl., arab. OmeU
Zwei Monate vor ihrem Tod kontaktiert Jocelyne Saab den Filmemacher für ein gemeinsames Projekt. Seine Antwort kommt zu spät. Eine lyrische Expedition durch die künstlerische Vision der libanesischen Dokumentarfilmerin entlang von Archivaufnahmen und vor dem Hintergrund der politischen Umwälzungen im Nahen Osten.
Eloy Enciso ES 2026 | 109 min | span., galic. OmeU | Deutsche Premiere International Competition Award FID Marseille
Elsa, Künstlerin aus Berlin, reist für einen Dokumentarfilm über die Franco-Lager auf den Spuren ihrer Familiengeschichte durch die spanische Heimat. Die Fiktion ersinnt einen Briefwechsel zweier sich Liebender, die aufgrund der politischen Ereignisse getrennt wurden. Ihre Worte erinnern an eine Zeit, in der jeder Ort zum Gefängnis werden konnte. Selbst das Kino.
Yulia Lokshina DE 2025 | 82 min | dt., engl., russ., kirgis. OmeU | Goldene Taube, DOK Leipzig
Manchmal braucht es mehr als die eigene Erinnerung, um das Vergangene zu bewältigen. Eine russische Lehrerin wurde von einer Schülerin denunziert, weil sie im Unterricht den Ukrainekrieg kritisiert hatte. Im Exil in Berlin stellt sie mit einer Schulklasse ihre Erfahrung nach. Eine Auseinandersetzung mit Totalitarismus, Verrat und Widerstand.
Ivan Ramljak HR 2025 | 100 min | kroat. OmeU | Goldene Taube, DOK Leipzig
1991 spitzen sich die Konflikte zwischen der serbischen Minderheit und den Kroaten in Slawonien zu. Der Polizeichef von Osijek vermittelt zwischen den Gegnern und wird ermordet. Wie kam es zu dieser aufgeheizten Atmosphäre der Angst? Wie konnte der Terror zum Alltag werden? Das Material von damals erlaubt die tabulose, fast kriminalistische Analyse der politischen Umstände.
Bertrand Mandico FR, IT 2026 | Mit Marion Cotillard, Noémie Merlant 107 min | fr., engl., ital. OmeU
Die frühen 1980er Jahre. Die amerikanische Filmikone Eddie erfährt, dass sie bald sterben wird. Begleitet von Valentina, ihrer treuen Maskenbildnerin, nimmt sie die Hauptrolle in einem Science-Fiction-Film an, der in Rom gedreht wird. Exzessive Filmdreh- und Partyszenen entwickeln einen rauschhaften Sog. Übersteigert, trashig und hypnotisch – das Kino im Zustand der Ekstase.
Mit unserem Artist in Focus Bernardo Zanotta verknüpft sich auch unser Länderschwerpunkt From Brazil with Love. Den Titel entnehmen wir einem Film der amerikanischen Avantgarde-Legende Vivian Ostrovsky, die über Jahre in Brasilien gelebt hat. Beide verbindet ein queeres Filmschaffen und das Medium Film als Archiv und Erinnerung; beide sind Kosmopoliten des Kinos. Bernardo Zanotta wuchs in Brasilien auf und ging für sein Filmstudium nach Amsterdam. Vivian Ostrovsky, in New York geboren, wuchs ebenfalls in Brasilien auf und studierte in Paris. Beide drücken sich in experimentellen Formen des Kinos aus und gelangen über sie zu einer tieferen Form der Wahrheit der Bilder – jener, die in den vagen Zwischenbereichen der Montage und der Unschärfe überlappender oder nicht fokussierter Bilder verborgen liegt.
Artist in Focus: Bernardo Zanotta
Bernardo Zanotta (*1996, Porto Alegre, Brasilien) arbeitet vorwiegend mit analogem Film und Videoformaten. 2014 zog er für ein Studium am Moving Image Department der Gerrit Rietveld Academie nach Amsterdam. HEART OF HUNGER (2018) wurde beim Filmfestival von Locarno mit dem Pardino d’Argento ausgezeichnet. Zanotta engagiert sich in der Underground-Kinoszene und in der Queer Diaspora. Seine Filme wurden u.a. am British Film Institute, EYE Filmmuseum, bei FID Marseille, BAFICI, in Rotterdam und Pesaro gezeigt.
Filme Quintal 2016 | Heart of Hunger 2018 | In His Bold Gaze 2020 | Insieme Insieme 2022 | Wild Fruits 2024 | Tragédia 2025
Während ihres Dauerurlaubs in Italien nimmt ein mysteriöses Trio einen unschuldigen Touristen gefangen. „Der junge brasilianische Regisseur Bernardo Zanotta hat eine queere Farce geschaffen, mit genau dem richtigen Maß an Tempo und Freude – einen Film, der viel der puren Freude am Schaffen filmischer Bilder verdankt: Bildausschnitt, Farben, Motive, Körper. Die Schauspieler Lydia Giordano, Gustavo Jahn und Jun Ortega bilden ein umherwanderndes Trio in den Tiefen der cineastischen und literarischen Erinnerung.“ (FID Marseille)
NL/BR/FR 2022 | 16mm | 37min | Deutsche Premiere R+B: Bernardo Zanotta | K: Ville Piippo | E: Paul Nouhet, Raydrick Feliciana, Leandro Lefa | S: Sergio Gonzázlez Cuervo | P: Venin Films, Near/by film | Mit Lydia Giordano, Jun Ortega, Gustavo Jahn, Leandro Lefa, Gabriele Pavesi
The Cannibal Trilogy – The common roots of cannibalism and queerness
Heart of Hunger – 1. Teil Eine Hommage an den Körper und eine episodische Erzählung über das Unaussprechliche; zwei Freunde spielen lustvolle und sadistische Spiele. Sie verlieren einander, sie finden sich wieder –das Herz ist ein einsamer Jäger.
NL 2018 | 29 min | Award Pardino d’Argento, Locarno | Deutsche Premiere R+B: Bernardo Zanotta | S: Sjors Hoogerdijk, Leandro Lefa | P: Nia Konstantinova | Mit Hinke-Ann Eleveld, Andy Smart, Angelos Messios, Bernd Eilts, Jennifer Zaharieva, Mylan Hoezen, Lennart Smidt
In His Bold Gaze – 2. Teil Das Leben von Armin Meiwes, Computertechniker aus Rotenburg, der im Jahr 2001 den Berliner Ingenieur Bernd Brandes verspeiste. Ausgehend von Methoden wie dem Dokumentartheater und der Archivforschung stellt der Film den berüchtigten Fall nach und verknüpft ihn mit der Videokultur der späten 90er-Jahre.
NL 2020 | 20 min | Deutsche Premiere R+B: Bernardo Zanotta | K: Raydrick Feliciana, Bernardo Zanotta, Anna Moreno | S: Sergio Gonzázlez Cuervo | P: Manon Bovenkerk, near/by film | Mit Leandro Lefa, Dani Pleoger, Hinke-Ann Eleveld
Wild Fruits – 3. Teil Experimentelles Kostümdrama, basierend auf Michel de Montaignes Essay „Über die Kannibalen“ (1580). Vor dem Hintergrund der französischen Kolonialexpansion und der Religionskriege reist der fiktive Dichter Jean Aurand als Teil einer Gruppe von Hugenotten nach Brasilien. Auf einer Insel erlebt er die gewaltsame Kolonisierung.
NL/FR 2024 | 35 min | 16mm | Deutsche Premiere R+B: Bernardo Zanotta | K: Ville Piippo | E: Paul Nouhet | S: Sergio Gonzázlez Cuervo | P: Manon Bovenkerk, near/by film | Mit Thiago Antunes, Hinke-Ann Eleveld, Igor Pedroso, Diogo Pinto Da Silva u.a.
Mit 13 Jahren bekommt Bernardo Zanotta eine Videokamera und filmt seine Familie während der Ferien. Zusammen mit seiner Stiefmutter ersinnt er ein Mordkomplott gegen seinen Vater, der sie beide vernachlässigt. Eine fiktiv-dokumentarische Found-Footage-Geschichte, die von der erwachenden Liebe zum Kino erzählt.
NL/BR/FR 2025 |15 min R+B: Bernardo Zanotta | K: Ville Piippo | E: Paul Nouhet | S: Sergio Gonzázlez Cuervo | P: Manon Bovenkerk, near/by film | Mit Thiago Antunes, Hinke-Ann Eleveld, Igor Pedroso, Diogo Pinto Da Silva u.a.
Hommage an den Kurzfilm „Pátio“ von Glauber Rocha (1959), der das Cinema Novo vorbereitete und begeistert von der Bewegung des Tropicalismo aufgenommen wurde.
BR 2016 | 9 min | 16mm | Deutsche Premiere R+ B: Bernardo Zanotta | | Mit Leandro Lefa, Camila Rosa
Vivian Ostrosvky | from brazil with love
Vivian Ostrovsky (*1945, New York City), aufgewachsen in Brasilien. Sie studierte Film an der Pariser Sorbonne bei Erich Rohmer und in der Cinémathèque française von Henri Langlois. Ostrovskys Werk zeigt eindrucksvolle Mischformen experimenteller Genres wie Found-Footage-Collagen, Essayfilme und Tagebücher. Mitte der 70er-Jahre begründete die Distributionsplattform Ciné-Femmes International, inmitten der Blüte der männerdominierten Nouvelle Vague, um mehr Sichtbarkeit für Filme von Frauen zu schaffen.
Filme (Auswahl) Movie (V.O.) 1982 | Copacabana Beach 1983 | U.S.S.A. 1985 | Eat 1988 | Uta Makura (Pillow Poems) 1995 | Public Domain 1996 | American International Pictures (1997) | Nikita Kino 2002 | Fone Fur Follies 2008 | Wherever Was Never There 2011 | But Elsewhere is Always Better 2016 | Son chant 2020 | Elizabeth Bishop: From Brazil with Love 2025
„1951 machte sich die amerikanische Lyrikerin Elizabeth Bishop, auf der Flucht vor Schreibblockaden und Depressionen, auf den Weg nach Brasilien. 15 Jahre lebte B. mit (der Architektin) Soares im ‚Lota-Haus‘ zusammen, hier schrieb sie den größten Teil ihres Gedichtbandes ‚Question of Travel‘ (1965). Darunter auch ‚Song for the Rainy Season‘, ein topografisches (Liebes-)Gedicht, das die Verworrenheit von Haus und Natur in sensorischen Bildern beschreibt.“ (Esther Buss)
USA 2025 | 67 min | 16mm R: Vivian Ostrovsky, Ruti Gadish | B: Vivian Ostrovsky | K (Super-8): Louise Botkay, Andrea Capella, Vivian Ostrovsky | Animation: Shuli Tager & Daphna Awadish | SD: Benoit Glig | E: Ruti Gadish | Stimmen: Voices: Elizabeth Bishop, Anne Carson, Vivian Ostrovsky | Mit Elizabeth Bishop
In der Dunkelheit erschaffen Licht, Geruch, Visuals und Sound einen sinnlichen Raum. Die Elemente fließen ineinander. Bilder erscheinen und verschwinden in der Dunkelheit, verblassen in Weiß. Ein Raum zwischen den Räumen entsteht, form- und grenzenlos. Eine unbestimmte Präsenz wandert umher, ohne zu vergehen, und verschmilzt mit dem Feld des Lichts.
sonntag 11 okt 16:00 villa stuck performance von Lichun Tseng & Robert Kroos
Lichun Tseng & Robert Kroos NL 2025 35 min | Deutsche Premiere
Visual: Lichun Tseng | Sound: Robert Kroos 16-mm-Projektoren, Incense, Overheadprojektor und Nebelmaschine
Lichun Tseng (geb. 1979) ist eine taiwanesische Künstlerin mit Sitz in den Niederlanden. In ihren Arbeiten widmet sie sich der Erforschung der Essentialität und Entität des Lebens. Beobachtung und reflektierende Kontemplation bilden zentrale Motive ihres Schaffens. In ihren filmischen Arbeiten fängt sie den unbeschreiblichen und doch sinnlich erfahrbaren Zustand eines unsichtbaren Dazwischen mithilfe lichtempfindlichen Filmmaterials ein. Ihre künstlerische Forschung und Praxis realisiert sie hauptsächlich mit 16-mm-Film, Installationen und audiovisuellen Performances. Sie ist Mitglied der Filmwerkplaats, einem von Künstler*innen betriebenen Filmlabor in Rotterdam. Lichun Tseng
Robert Kroos ist Musiker, Sounddesigner und Toningenieur und lebt in Rotterdam. Er beschäftigt sich mit Musik und Klang in all ihren Erscheinungsformen und setzt seine Fähigkeiten vor allem zur Unterstützung von Filmen, Animationen und Installationen ein. Seine Interessen gelten insbesondere Sinuswellen, der räumlichen Wahrnehmung von Klang, binauralen Aufnahmen und Gehirnwellen. duckfood.nl