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21. UNDER|DOX 08 – 14 OKT 2026

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  • Letters from an Inner Exile (Todo es cárcel)



    mittwoch 14 okt 18:00 theatiner | cine ibérico | thema: erinnern | zu gast: Eloy Enciso
    ticket

    Eine Fotografin (gespielt von der zeitgenössischen Tänzerin Elsa Pereira), die normalerweise in Berlin lebt, reist allein durch Spanien, nach Alicante, Madrid und Burgos. Sie bereitet ein Dokumentarprojekt vor, das sich mit Francos Konzentrationslagern befasst. Hintergrund ist die tragische Geschichte von Carmen und Ángel, zwei Liebenden, die durch den Krieg getrennt wurden. Laiendarsteller, die Elsa unterwegs auswählt, verleihen ihnen eine Stimme.
    Doch die Nachricht vom Tod eines Verwandten zwingt sie dazu, ihre Arbeit vorübergehend auf Eis zu legen und wieder Kontakt zu ihrer entfremdeten Familie in Galicien aufzunehmen. – Ein auf vielen Ebenen hybrides Projekt zwischen historischer Rekonstruktion und imaginativer Fiktion.

    Eloy Enciso
    ES 2026 | Deutsche Premiere
    International Competition Award FID Marseille

    109 min | Spanisch, Galicisch

    Eloy Enciso

    Geb. 1975 in Meira, Galicien. Studium der Umweltwissenschaften, anschließend Dokumentarfilmstudium in San Atonio de los Baños in Kuba. Er lebt und arbeitet in Galizien, Portugal und Madrid.

    Filme (Auswahl)

    La ponchera 2001 | Funkt the Wheel 2002 | La Clase 2003 | isa003 | Pic-nic 2007 | Arraianos 2012 (8. UX) | Endless Night 2019 | Letters from an Inner Exile 2026

    R+B: Eloy Enciso Cachafeiro | K: Jimmy Gimferrer | E: Lisa María Velázquez | S: Marisol Cao | P: Beli Martínez, Marina Perales | WS: La Machina | Mit Elsa Pereira

    Festival

    24. September 2026
  • Last Movies



    samstag 10 okt 21:00 filmmuseum | thema: erinnern | zu gast: Stanley Schtinter
    ticket

    Eine ultimative Filmgeschichte im Angesicht des Todes. Welche Filme haben Franz Kafka, F.W. Murnau, Charlie Chaplin, Sergio Leone, John F. Kennedy, Olof Palme oder Kurt Cobain als Letztes gesehen – bevor sich ihre Erinnerung für immer auslöschte?

    Von Franz Kafka („The Kid“) bis Kurt Cobain („The Piano“) führt uns Schtinter in einen Kaninchenbau, in dem ein bizarrer Zufall mit Galgenhumor zum nächsten führt, bis sich Muster über Zeit und Ort hinweg abzeichnen. Die Tiefe und Detailgenauigkeit seiner historischen Recherche wird von Jeremy Irons zu Ende geführt, der die Filmausschnitte kommentiert, die Schtinters Collagenwerk illustrieren. „Last Movies“ ist scharfsinnig, witzig, zutiefst originell und radikal unvorhersehbar. – CPH:DOX

    Stanley Schtinter
    GB 2026 | Deutsche Premiere

    86 min | Englisch

    Stanley Schtinter

    Britischer Künstler, Autor und Filmemacher, betreibt das experimentelle Musiklabel purge.xxx und hat mehrere Bücher veröffentlicht. 2022 zeigte er bei den Kurzfilmtagen Oberhausen die Installation „The Lock-In“. Stipendiat des Künstlerhauses Schloss Balmoral in Bad Ems 2024.

    Filme (Auswahl)

    The Film Not the … 2019 (Installation) | The Lock-In 2022 (Installation) | Journey to Avebury 2023 | Schneewittchen 2024 (19. UX) | Last Movies 2026

    R+B+E+S+P: Stanley Schtinter | WS: Steinau Two Limited | Stimme: Jeremy Irons

    Festival

    24. September 2026
  • Kukata Miti



    samstag 10 okt 18:00 werkstattkino | filming nature | zu gast: Daniel Kötter
    ticket

    Die Wälder Deutschlands, Indonesiens und der DR Kongo entlang der Praktiken der Holzgewinnung. Die historischen und ökonomischen Ungleichheiten werden ebenso manifest wie das allgegenwärtige Streben nach der Ausbeutung natürlicher Ressourcen.

    Kötter wendet sich der Analyse eines Phänomens zu, das sich in unterschiedlichen Kontexten widerspiegelt und in lebendigen Szenen eingefangen wird, die klare Beobachtung mit beeindruckender formaler Kontrolle verbinden. Die Kapitel dokumentieren unterschiedliche
    Vorstellungen von Wäldern und nehmen uns mit auf eine ethnografische Reise in die Vergangenheit: von Ressourcen, die einer mechanisierten Gewinnung unterliegen, über sich wandelnde Ökosysteme im Dialog mit der menschlichen Präsenz bis hin zu Ahnenwesen, die dunkle Kräfte beherbergen oder vor ihnen schützen. Dazwischen erkunden wir gemeinsam mit einigen Migrantenfamilien das von Baumschädlingen verwüstete Bergische Land in Deutschland: eine überraschende Rückkopplungsschleife, die einem Werk, das weit über die Oberfläche seines Themas hinausgeht, eine weitere Ebene verleiht. – Sergio Fant

    Daniel Kötter
    DE, ID, CD 2026
    Special Mention Beldocs IDFF

    79 min | Deutsch, Suaheli, Indonesisch

    Daniel Kötter

    Geb. 1975 in Bergisch Gladbach, arbeitet seit 20 Jahren als Theater- und Dokumentarfilmregisseur, häufig auch in performativer und installativer Kooperation mit anderen Künstler*innen und in internationalen und interdisziplinären Konstellationen, die ihn nach Afrika, in den Mittleren Osten, nach Südostasien und nach Nordamerika führen.

    Filme (Auswahl)

    Hashti Tehran 2017 | Stadt Land Fluss (mit Hannes Seidl) 2017 – 2019 | Desert View (mit Constanze Fischbeck) 2018 | Chinafrika.mobile, 2019 | Yu Gong 2019 | Gold & Coal 360°documentary 2019 | RIFT Finfinnee 2020 | Water & Coltan 2021 (18. UX) | Landschaft 2023 (18. UX) | Kukata Miti 2026

    R+K+E+WS: Daniel Kötter | B: Ikbal Lubys, Olande Byamungu | S: Luka Barajevic | M: Ikbal Lubys | P: Beatrix Joyce

    Festival

    24. September 2026
  • Holofiction



    samstag 10 okt 18:00 filmmuseum | thema: erinnern
    ticket

    Die Ikonografie des Holocausts in einer Montage aus Tausenden von fiktionalen Nach-Bildern. Ein erschütterndes Essay über das kollektive Gedächtnis, in das die dokumentarischen Bilder des Schreckens eingegangen sind.

    Aus einer filigranen Montage aus zahlreichen kurzen Einstellungen, bekannten und weniger bekannten, thematisch gruppiert und stumm gemacht, weist Michal Kosakowski der Musik die zentrale Rolle als erzählerischer Faden zu – als chronologische Abfolge von Themen, die er im Laufe seiner titanischen Arbeit des Sammelns und Klassifizierens von Hunderten von Filmen und Szenen über acht Jahre hinweg herausgearbeitet hat. – Dominique Lanzmann-Petithory

    „Fiktion ist eine Übertretung, ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es ein Darstellungsverbot gibt.” – Claude Lanzmann über die Shoah

    Michal Kosakowski
    DE, AT 2025

    102 min | kein Dialog

    Michal Kosakowski

    Geb. 1975 in Stettin, Polen. Er lebt und arbeitet als Regisseur, Medienkünstler und Produzent in Berlin. Von 1997 bis 2000 besuchte er die Künstlerwerkstätte Fabrica in Treviso, wo er gemeinsam mit Oliviero Toscani an verschiedenen Film- und Kulturprojekten arbeitete. 2003 gründete er die auf Experimental-, Musik- und Kunstfilme spezialisierte Filmproduktion Nosugar Added.

    Filme (Auswahl)

    Just like the movies 2006 | Zero Killed 2012 | German Angst 2015
    Holofiction 2025

    R+B+E: Michal Kosakowski | S: Andrea Veneri, Omar Venti, Alessio Mastrorillo | M: Paolo Marzocchi | P: Kosakowski Films, Atelier Uli Aigner | V: Drop-Out Cinema eG | WS: Kosakowski Films

    Festival

    24. September 2026
  • Grand Prix



    samstag 3 okt 19:00 werkstattkino | pole position 1
    ticket

    Bei atemberaubendem Tempo wollen vier Formel-1-Piloten herausfinden, wer aus dieser Geschichte über Geschwindigkeitsrausch, hohe Drehzahlen, spektakuläre Bilder und persönliche Schicksale als der Beste hervorgeht. John Frankenheimer bediente sich bei seinem mit drei Oscars ausgezeichneten Chef d’Œuvre spektakulär der Split-Screen-Technik . Die Kameras sind hautnah in die Action integriert. – Bernd Brehmer

    Gedreht bei laufendem Rennbetrieb auf den Strecken von Monte Carlo, Brands Hatch und Monza. 60 Jahre später setzt „ADGIN PRRX“ „Grand Prix“ neu zusammen – unsere Pole Position 2!

    John Frankenheimer
    USA 1966

    176 min | Englisch | Super Panavision 70

    John Frankenheimer

    Geb. 1930 in New York, USA. Studierte am Williams College und begann seine Karriere beim Fernsehen, bevor er Ende der 1950er-Jahre zum Kino wechselte. In den 1960er-Jahren stieg er mit Filmen wie The Manchurian Candidate und Grand Prix zu einem der bekanntesten Regisseure Hollywoods auf. Gest. 2002 in Los Angeles.

    Filme (Auswahl)

    Birdman of Alcatraz 1962 | The Manchurian Candidate 1962 | The Train 1964 | Seven Days in May 1964 | Seconds 1966 | Grand Prix 1966 | 53 Pick-Up 1986 | Dead Bang 1989 | Ronin 1998

    R: John Frankenheimer | B: Robert Alan Aurthur | K: Lionel Lindon | E: Fredric Steinkamp, Henry Berman, Stewart Linder, Frank Santillo | S: Gordon Daniel, Franklin Milton, Roy Charman | P: Edward Lewis | M: Maurice Jarre | Mit James Garner, Yves Montand, Eva Marie Saint, Brian Bedford

    Festival

    24. September 2026
  • Fourteen Nights (Hamalau Gau)



    sonntag 11 okt 20:00 werkstattkino | cine ibérico

    filming nature filming architecture
    ticket

    Eine Reise in 14 Nächten durch die Basilika von Arantzazu, geprägt durch die künstlerische Vision der baskischen Bildhauer Jorge Oteiza
    und Eduardo Chillida.

    „In diesem Film wird vierzehn Mal die Nacht hereinbrechen. Wir werden sie zählen.“ So beginnt diese nächtliche musikalische Reise durch die Vision des baskischen Künstlers Jorge Oteiza, die vor allem von einem Schauplatz geprägt ist: der Basilika von Arantzazu. Dort erzählt der Filmemacher Oskar Alegria dem Pianisten Iñar Sastre von den vierzehn Nächten – und ruft ihn dazu auf, durch die Tasten der Orgel Bilder zu zaubern, die er nicht sehen wird. Es entsteht eine Sammlung von vierzehn Monden, vierzehn Dunkelheiten und vierzehn Geheimnissen, die einen einzigartigen Fries bilden. Vierzehn, wie die Zahl der Apostel, die Oteiza an der Fassade des Tempels unterbringen konnte; und vierzehn, weil, wie Oteiza selbst sagte, „kein Platz mehr für weitere war“. – San Sebastián Filmfestival

    Oskar Alegria
    ES 2026 | Deutsche Premiere

    91 min | Baskisch

    Oskar Alegria

    Geb. 1973 in Pamplona, Spanien. Nach seiner Ausbildung zum Journalisten arbeitet er in Madrid als Reporter für Nachrichtensender. Er unterrichtet an der Universität von Pamplona-Navarra Dokumentarfilm und audiovisuelles Drehbuch. Von 2013 – 2016 war er künstlerischer Leiter des Internationalen Filmfestivals Punto de Vista in Pamplona-Navarra.

    Filme (Auswahl)

    Emak Bakia baita 2012 | Gure Oroitzapenak 2018 | Zumiriki 2019 (15. UX) | Zinzindurrunkarratz 2023 (19. UX) | Fourteen Nights 2026

    R+B+K+E+S+P: Oskar Alegria Suescun | M: Iñar Sastre Lopetegi, Mixel Etxekopar, Iban Urizar, Jean-Cristophe Galtxetaburu, Raquel Andueza | Mit Iñar Sastre Lopetegi

    Festival

    24. September 2026
  • Everything Else is Noise (Lo demás es ruido)



    donnerstag 8 okt 19:00 filmmuseum | new narrative cinema | eröffnungsfilm
    ticket

    Die Kammerspiele des Mexikaners Nicolás Pereda sind Lieblingsfilme von UNDERDOX. Diesmal geht es um eine mexikanische Komponistin und Cello-Spielerin, die ein TV-Interview geben soll. Komisch, ironisch, lakonisch: Eine ungewöhnliche Persiflage auf das Künstler-Interview.

    Rosa, eine zeitgenössische Klassik-Komponistin, wurde für ein Interview angefragt, möchte es aber bei ihrer Freundin Tere drehen lassen; ihr eigenes Apartment erscheint ihr zu hässlich. Das TV-Team rückt an, und die Probleme beginnen: Der Hund der Nachbarn bellt, Stromausfälle suchen die Aufnahme heim, und Rosa hat nur wenig zu erzählen, jedenfalls keine ausgefallene Geschichte über ihren Werdegang. Ein großartiger Film, der ausschließlich in dem Apartment spielt und mit einem wundervollen Raumverständnis überzeugt. Immer wieder gilt es, sich zu entscheiden, ob man nun die linke oder rechte Seite der Leinwand fokussiert; an beiden Stellen geschieht etwas, gehen die Figuren ihren eigenen Tätigkeiten nach. Alles wirkt eigenständig und natürlich, man hält sich gerne in diesem Film auf, der sich immer weiter öffnet, so viele schöne Ideen und Einfälle aufeinanderstapelt, ohne sich je überbieten zu müssen. – Benedikt Guntentaler

    Nicolás Pereda
    MX, DE, CA 2026
    Prix GNCR, FID Marseille, Prix Avant-Garde, BAFICI, Prix de Meilleur Film, Las Palmas de Gran Canaria, Best Ibero-American Feature, FICCI

    71 min | Spanisch

    Nicolás Pereda

    Geb. 1982 in Mexiko. Studierte Film an der York University in Toronto. Sein Werk erforscht mit fiktiven und dokumentarischen Mitteln den Alltag als gebrochene und elliptische Erzählungen. Arbeitet in seinen Filmen seit 2007 mit einem festen Stamm an Schauspieler*innen.

    Filme (Auswahl)

    El palacio 2013 | Los ausentes 2014 | Minotauro 2015 | Historias de dos que soñaron 2016 | Mi piel, luminosa 2019 | Fauna 2020 (16. UX) | Lázaro de noche 2024 | Cobre 2025 (20. UX) | Everything Else Is Noise 2026

    R+K+E: Nicolás Pereda | B: Juan Francisco Maldonado, Nicolás Pereda | SD: Guido Berenblum, Gerardo Kalmar | M: Violeta García | P: Catalina Pereda | WS: Moveria Film | Mit Teresita
    Sánchez, Rosa Estela Juárez Vargas, Luisa Pardo, Lázaro G. Rodríguez

    Festival

    24. September 2026
  • Elizabeth Bishop: From Brazil with Love



    sonntag 11 okt 13:00 theatiner | queer brazilian cinema | zu gast: Vivian Ostrovsky
    ticket

    Ganz aus Archivbildern setzt sich ein Stück Lebensgeschichte der amerikanischen Lyrikerin Elizabeth Bishop (1911 – 1979) über ihre Jahre in Brasilien zusammen. Sie lebte mit der Architektin Soares im „Lota-Haus“ in Samambaia, schrieb dort „Questions of Travel“ und Liebesgedichte, die die Architektur in sensorischen Bildern direkt in die Natur einbetten.

    1991 las ich die erste „New Yorker” Geschichte über Bishop in Brasilien. Ich hatte noch nie von ihr gehört, geschweige denn von der brasilianischen Perspektive. Diese Geschichte der beiden Frauen, die in Petropolis in einem abgelegenen Haus in den Bergen lebten, war sehr faszinierend. Zu dieser Zeit spielte ich im Kindergarten mit den Töchtern des Architekten Sergio Bernardes. Er hatte diese modernistische Villa in Petropolis gebaut, in der sie lebten. Ihre Zeit fiel mit der Zeit zusammen, in der ich in Rio aufwuchs. – Vivian Ostrovsky

    Vivian Ostrovsky & Ruti Gadish
    USA 2025

    67 min | Englisch | 16mm

    Vivian Ostrovsky

    Geb. 1945 in New York. Sie ist in Rio de Janeiro aufgewachsen und studierte Film an der Pariser Sorbonne.

    Filme (Auswahl)

    U.S.S.A. 1985 | Nikita Kino 2003 | Fone Fur Follies 2008 (E: Ruti Gadish) | Hiatus 2018 (E: Ruti Gadish) | Elizabeth Bishop: From Brazil with Love 2025

    Ruti Gadish


    Geb. in Tel Aviv, Israel. Zusammenarbeit als Editorin für Vivian Ostrovsky. Sie lebt und arbeitet zwischen Tel Aviv und Paris.

    R+B: Vivian Ostrovsky, Ruti Gadish | K: Louise Botkay, Andrea Capella, Vivian Ostrovsky | E: Ruti Gadish | A: Shuli Tager, Daphna Awadish | SD: Benoit Glig | M: Mahut | P: On the Fly, LLC | Stimmen: Elizabeth Bishop, Anne Carson, Vivian Ostrovsky

    Festival

    24. September 2026
  • Eight Bridges



    dienstag 13 okt 18:00 theatiner | filming nature filming architecture

    mit Johann Lurf: FOREVER … FOREVER (kurz)
    ticket

    „Es scheint an der Zeit zu sein, Brücken zu betrachten.“ – James Benning

    „Eight Bridges” knüpft an Bennings metri­sche Filme „13 Lakes” und „Ten Skies” an – jede Einstel­lung erhält zehn Minuten, die Bild­kadrie­rung berück­sich­tigt die Mittel­linie, alles wirkt, wie mit dem Lineal gezogen. Wir memo­rieren die acht Brücken: Golden Gate, dann die Brücke mit dem Rinnsal, dann eine enge Bild­ein­stel­lung, in der sich fast nichts tut… und später die Eisen­bahn­brücke, mit Brücken­pfeiler wie der Eiffel­turm. Eine Brücke verbindet die zwei obli­ga­to­ri­schen Ufer oder über­spannt als Viadukt – ein Brückenstreitfall? – ein Tal. Mehr aber befindet sich in Bennings Bildern die Brücke zwischen Himmel und Wasser, zwischen sky und lake – oder hier meist river. Ein notwen­diger Film, in der Tat, der in seinem Werk noch gefehlt hatte. – Dunja Bialas

    James Benning
    USA 2026

    82 min | ohne Dialog

    James Benning

    Geb. 1942 in Milwaukee, USA. Studierte Mathematik, dann Film in Milwaukee. Unterrichtete am California Institute of the Arts. Seit 1979 dreht er als radikal unabhängiger Regisseur dokumentarisch-experimentelle Filme, bis 2007 auf 16mm, seit 2009 digital. Zudem realisiert er Installationen mit filmischen Elementen im Kunstbereich.

    Filme (Auswahl)

    One Way Boogie Woogie 1977 | 11 × 14 1977 | Landscape Suicide 1986 | Deseret 1995 | Four Corners 1997 | California Trilogy (El Valley Centro, Los, Sogobi) 1999 – 2001 | 13 Lakes 2004 | Ten Skies 2004 | RR 2007 | Ruhr 2009 | Two Cabins 2011 | Maggie’s Farm 2020 | The United States of America 2022 | Allensworth 2023 (18. UX) | Breathless 2024 | little boy 2025 (20. UX) | Eight Bridges 2026

    R+K+E+S+P: James Benning | WS: Arsenal Institute

    Festival

    24. September 2026
  • Auslandsreise (Foreign Travel)



    freitag 9 okt 20:00 werkstattkino | new narrative cinema | zu gast: Ted Fendt
    ticket

    Eine eigenartige utopische Kraft geht von den Bildern Ted Fendts aus. Die analoge Körnigkeit des 16mm-Materials gibt unscheinbaren Berliner Straßen, Fassaden, Parks und Ecken einen matten Schimmer, der sie aller Zeitlichkeit enthebt. Alejo ist aus Argentinien nach Berlin gekommen, wegen des vielen Grüns in der Stadt ist er geblieben. Und Leonie liest. Bücher von Anna Maria Ortese, in deutscher Übersetzung, auf Italienisch, dann auch auf Französisch. Ein Lesekreis bildet sich. Das Lesen durchwirkt diesen Film ganz und gar und gibt der Textur der 16mm-Bilder ihre sanfte Eindringlichkeit. – Wolfgang Lasinger

    Ted Fendt
    DE 2026

    63 min | Deutsch, Italienisch, Französisch | 16mm

    Ted Fendt

    Geb. 1989 in Philadelphia, USA. Studierte an der New York University und entdeckte in den Programmkinos der Stadt seine Leidenschaft für das Kino, bevor er schließlich selbst viele Jahre als Filmvorführer tätig war. Lebt und arbeitet als Filmemacher und Übersetzer in Berlin, wo er bisher zwei Filme gedreht hat.

    Filme (Auswahl)

    Travel Plans 2013 | Short Stay 2016 (14. UX) | Classical Period 2018 (14. UX) | Outside Noise 2021 | Unglückliche Stunde 2023 | Auslandsreise 2026

    R+E: Ted Fendt | B: Ted Fendt, Leonie Rodrian | K: Jenny Lou Ziegel | S: Jared Hutchinson, Marta Piras | SD: Jan Pasemann | P: Hans Broich | WS: Superzoom Film | Mit Leonie Rodrian, Florian Model, Alejo Franzetti, Hanna Döring

    Festival

    24. September 2026
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UNDERDOX Festival 2006—2023