Zum sechsten Mal präsentiert VIDEODOX Werke bildender Künstler*innen aus Bayern, die das bewegte Bild als ein wesentliches oder ihr primäres Ausdrucksmittel sehen. Aus gut 80 Einreichungen haben Dunja Bialas & Matthias von Tesmar (Leitung), Florian Geierstanger, Nora Moschüring und Anna Schellkopf 15 Arbeiten ausgewählt. Enger Kooperationspartner ist der BBK München und Oberbayern. Über den VIDEODOX Förderpreis, gestiftet von Peider A. Defilla (B.O.A. Videofilmkunst), entscheidet die diesjährige Jury aus den bildenden Künstler:innen Brunner / Ritz, M+M und Alix Stadtbäumer.
1 – 12 okt 2025 mi – so 11 – 18 uhr (do bis 20 uhr) (3 okt geschlossen)
galerie der künstler:innen
eröffnung di 30 sept 2025 18 – 22 uhr (eintritt frei)
so 12 okt 15 uhr performance kunstkollektiv hybris
so 12 okt 16 uhr preisverleihung
Licht, Spiel, Kunst
Die Geschichte der bewegten Bilder ist eine Geschichte von Werkzeugen. Vom Daumenkino, dem ein flexibles Bildträgermaterial, Zeichenstift und natürliches Licht
genügen, bis zur Utopie einer technologischen
Singularität, die selbständig, frei von menschlicher Begleitung, auch zeitbasierte Werke schafft, liegt ein langer, neugieriger Weg. Welche Erwartungen und Wünsche wird diese Utopie erfüllen? Wer wird sich dafür interessieren wollen?
Der Reiz des Optisch-Unbewussten, den uns das Lichtspiel bietet, ist uns Cinematographic natives eingeübte Praxis. Und doch werden wir immer wieder überrascht und
begeistert von Filmen und Medienkunst, die uns diesseits der Kulturindustrie als Screenings, Installationen oder Objekte im Galerieraum begegnen:
Bildhistorische Konstanten wie eine Horizontlinie sind ebenso alltäglich wie fundamental. Naturmystik in Landschaft und Fauna wird in Animationen, Field Recordings und Soundscapes thematisiert. Im Spannungsfeld von Bewusstem und Unbewusstem schwirrt Unfassbares.
Menschliche Körper agieren als sprachphilosophische Repräsentanten und als Studienobjekt in einem rätselhaften Experiment über Zeit und Raum. Frauen leiden, Frauen bedecken den Kopf. Stimmt das? Und falls ja, wie?
Das ist politisch, wie eine philosophische Videoskulptur,
ein deutsches Home Movie von 1943, ein heutiges US-Panorama oder die Frage nach Verantwortung in einem kollektiven Trauma. Letzteres thematisiert auch eine Arbeit, die Film und Malerei aufeinander bezieht.
Am Vorabend der Utopie verfügen wir bereits über eine Informationstechnologie, die simpel adressiert werden kann: „Hey XYZ, mach aus der Kunst von Cézanne eine maximal tolle Erlebniswelt mit bewegten Bildern für Groß und Klein.” Das ist okay. Nur: Es ist reaktionär, ein Annähern an Realitäten, die wir kennen, unfokussierte Hingabe an bloßes Dekor. Darin ist es jeder und jedem von uns vertraut, Augenblicke der Geborgenheit, auf die niemand gerne verzichtet.
In wacheren Kunstmomenten aber reizt uns die Neugier, ein Annähern an Realitäten, die wir nicht kennen. Der Wunsch, sich auf einen isolierten Aspekt zu konzentrieren, sich auf etwas Neues, genuin von menschlichen Impulsen Geschaffenes, einzulassen. – Matthias von Tesmar
Die Nominierten des VIDEODOX Förderpreises 2025
| Ulu Braun | Pacific Vein | 2024 |
| Tobias Friedauer | A series of (moving) images following one from the other | 2025 |
| Theresa Gavin | LOGIK / LOGICA | 2024 |
| Kim Gündel | Bug Box | 2025 |
| Emilia Haar | Kami no Aika | 2025 |
| Stefan Hayn | 2024 (2023) | 2024/25 |
| Seungyeon Jo | Token of one hour | 2025 |
| Kunstkollektiv Hybris (Felizitas & Theresa Hoffmann, Natalia Jobe)* | Ich lag noch nie so gut | 2025 |
| Chaeeun Lee | We Don’t Know How To Cry | 2025 |
| Johnny Linder | Soft noise in darkness | 2024 |
| Ivan Paskalev | Sagabona Kunjani Weena | 2024 |
| Eva Schmeckenbecher | Drei Hauben | 2024 |
| Alexander Steig | finis horizontis (24/7) | 2024 |
| Franziska Unger, Marie Jaksch, Lotti Oeken | Leidende Frau | 2025 |
| Franz Wanner | Берлін-Ліхтенберг / Berlin-Lichtenberg / Берлин-Лихтенберг | 2024 |
*(Performance außer Konkurrenz)
Der VIDEODOX Förderpreis dient der Förderung von Videokunst und ist kein Nachwuchspreis. Künstler*innen aller Alters- und Berufsklassen können einreichen.