Archie Peach ist eine verlorene Figur, die alles zurückgelassen hat; dennoch wird hier keine traurige Geschichte erzählt – es soll überhaupt keine Geschichte erzählt werden. Vielmehr: ein fragmentarisches Gedankenspiel über Ablehnung, Abgrenzung, Überschreitung und das Zurücklassen vermeintlich allgemeingültiger Ideen. Die entstehende Leere könnte gefüllt werden, jedoch mit was, bleibt vage. Hier geht es um Imagination und Dream; die Leere, einerseits traumhaft, einladend offen, frei zu füllen, wird zur psychedelischen, unklaren Welt der Piraten.
Die (Vor-)Synchronisation der Stimmen durch bekannte Figuren ist eine Ebene, mit der ich eine mögliche Unterscheidung beziehungsweise Unterstreichung der Figuren vornehmen wollte. Etwa hat der feminin gekleidete Pirat mit extravagantem Make-up keine weiblich assoziierte Stimme, sondern die Stimme des wunderbaren David Bowie, der die Beschränkung auf bestimmte Kleidung- und Selbstdarstellungsmöglichkeiten recht erfolgreich überschritten hat. Den gesamten Film nachzuvertonen, trägt zu dessen surrealem Charakter bei: unklar wird, was real ist und was nicht. Auch die Grenze des Realen und Imaginären wird angegriffen. Warum sollen die Ideen der „Living Dead“ der Durchschnittsgesellschaft realer sein als die Realitäten, die wir uns erdenken können? – LUZI
LUZI
DE 2025 | Weltpremiere
69 min | Englisch
LUZI
Geb. 1997, lebt in München als Filmemacher:in und Fotokünstler:in. Ihr Langfilmdebüt „The Wild Death of Archie Peach” untersucht auf experimentelle Weise Identität, Normen und Traumwelten.
Filme
A Palace Built from Dirt and Crystals 2022 (17. UX) | The Wild Death of Archie Peach 2025
R+B+SD+E+Performance: LUZI | K: Paula Tschira | S: Marcel Ralle /DAFALGAN, Mira Dietl, Captagon Citron, AvonRim | Voices: Patti Smith (young, Archie Peach), Grace Jones (Silver Pirate), David Bowie (Cohen Pirate 2 ), Kathy Acker (Keychain Pirate), Luzi (Typewriter Pirate), Lydia Lunch (Telephone Pirate)