montag 12 okt 20:00 werkstattkino
2. Teil Shorts 2: Munich Orbital (dienstag 13 okt 20:00 werkstattkino)
Der Angriff des Alfred Edel auf sich selbst

Jan Soldat AT, DE 2026 | Deutsche Premiere
15 min | Deutsch
Er war das, was man einen Schauspielexzentriker nennt. Wenn er vor die Kamera marschierte, brachte er seine eigene Welt mit. Und für die Dauer seines Auftritts okkupierte er den Film. Alfred Edel (1932-1993), Charakterschädel des Neuen Deutschen Films, ließ keinen Platz neben sich, wozu auch? Soldat widmet dem genialen Dilettanten eine überaus anregende Archivkomposition. – Viennale
Audry Lornacle or 14 Days in DJ’s House

Dagie Brundert DE 2025 | Preis des Deutschen Wettbewerbs, Kurzfilmtage Oberhausen | 8 min | Super 8 | Englisch, Deutsch
Angesiedelt in Derek Jarmans Cottage in einem Flecken in England, wo es die schönsten Kiesel gibt. Und auf die allerschönste Weise wird das Orakel verballhornt, das die Regisseurin auf den Wiesen hinter dem Haus entdeckt, wo Nachbarin Audry täglich neue Wäsche im Wind flattern lässt. Betörend sind die Super-8-Bilder, der leichte Gitarrensound und die Stimme, mit der die Off-Erzählerin ihren Reisebericht einmal auf Deutsch, dann auf Englisch einspricht. – Dunja Bialas
Auf der Rückseite der Landschaft

Philipp Hartmann DE 2026 | Deutsche Premiere | Flash Award, FID Marseille
30 min | 16mm | Deutsch, Spanisch
Ein alternder Filmemacher mit schwindender Sehkraft wartet auf einem Parkplatz auf seine Frau. Zwischen Bau- und Supermarkt, Elektronik-Discounter und Autowaschanlage denkt er nach – über die Erlebnisse beim Mittagstisch und auf der Bank in der Sonne neben Aldi, über das Geschehen anderswo in der weiten Welt, über Sonderangebote und über nicht realisierte Filmprojekte. Ein Portrait an und von einem Nicht-Ort. Beobachtet in handentwickeltem 16mm-Film. – Philipp Hartmann
Electric Birds

Ulu Braun DE 2026 | Weltpremiere
17 min | ohne Dialog
„Electric Birds“ legt die anthropozentrischen Filter offen, durch die wir unsere Umwelt wahrnehmen. Der Film kontrastiert Natur und Zivilisation und zeigt Landschaften im Übergang, dort, wo Wald zu Brettern wird und Stromleitungen den Himmel durchschneiden. Im Wechsel der Perspektiven von Vogel, Kamera und Mensch entsteht ein Sog in eine Parallelwelt archaischer Existenz. Eine Verdichtung der Sinne löst vertraute Blickordnungen und tastet sich an die Frequenz der Vögel heran. – Ulu Braun
L’Effacement

Julien Rivoire FR 2026 | Weltpremiere
6 min | Animation
Inspiriert von einer orientalistischen Ästhetik und von den Bildern aus Gaza versuche ich, die koloniale Vorstellungswelt zu untergraben. Jedes einzelne Bild wird sorgfältig ausgearbeitet, anschließend ausradiert, verwischt, weggewischt, zerrissen und über mehrere Tage hinweg auf demselben Blatt Papier immer wieder neu bearbeitet. Die Tonspur verbindet palästinensische Stimmen mit den Geräuschen israelischer Drohnen, entnommen aus Videos in den sozialen Medien. – Julien Rivoire
Flim Flam

Siegfried A. Fruhauf AT 2026
15 min | Animation | ohne Dialog
Aufnahmen eines Spielzeugzebras werden geschnitten, geklebt, umgekehrt und bis an die Grenzen der Unlesbarkeit manipuliert. Die vorgebliche „Wahrheit“, die der Film verspricht, hängt von Rahmung, Zusammenhang und Beweggründen ab. Dieses Medium ist inhärent unzuverlässig, rutschig und Veränderungen unterworfen. Es steckt sogar im Titel: Einmal schnell die Buchstaben getauscht, und aus „Flim“ wird „Film“. – Chris Clarke
Forever … Forever
dienstag 13 okt 18:00 theatiner
mit James Benning, EIGHT BRIDGES

Johann Lurf AT, FR 2026 | 21 min | 65mm | ohne Dialog
Ein Experiment in Zeit, Licht und Raum: 22 Monate, Tag und Nacht durch alle Jahreszeiten derselbe und doch stets andere Blick auf den Ottenstein Stausee im niederösterreichischen Waldviertel, dargereicht vom 70mm-Wizard Lurf. Mit seiner selbst konstruierten Kamera, die autonom Lichtmessung, Stand- und Bewegtbild kombiniert, und dem stetig fließenden sub-sonischen Soundteppich von Jung An Tagen bringt er die Leinwand zum Glühen und definiert wie nebenbei, was dieses fragile Geschöpf, das sich Kino nennt, im Innersten zusammenhält. – Bernd Brehmer
Kommunist Kar Kommandos

Markus Mischkowski & Christos Dassios DE 2026 | 3 min | 16mm | ohne Dialog
Man könnte diese dreieinhalb Minuten als Reenactment und Hommage an Kenneth Angers Klassiker „Kustom Kar Kommandos“ von 1965 lesen; doch geht es hier und heute nicht mehr nur darum, die männliche Liebe zum Auto auf ihren homoerotischen Gehalt abzuklopfen. Die nostalgische Volte zielt vielmehr auf den Experimentalfilm selbst und auf die DDR, aus der der Wartburg eben nicht zufällig stammt. Aber ist das nun Liebe? Parodie oder Dekonstruktion? Die Antwort bleibt aus. – Kurzfilmtage Oberhausen
A Man jumps into the Water (Un hombre que salta al agua)

Nicolás Zukerfeld AR 2026 | Deutsche Premiere | 10 min | 16mm | Spanisch
Ein Mann taucht in einem See in einem Park in Buenos Aires unter, und niemand sieht ihn wieder auftauchen. Ausgehend von dieser rätselhaften und mysteriösen Kurzmeldung, deren Bedeutung sich umso mehr vernebelt, je tiefer man versucht, ihr auf den Grund zu gehen, konstruiert Nicolás Zukerfeld einen Film, der sich weniger wie eine Ermittlung, sondern eher wie ein Streifzug entfaltet. – FID Marseille
Search for Immortality (La búsqueda de la inmortalidad)

Nicolás Zukerfeld AR 2026 | Deutsche Premiere | 5 min | 16mm | ohne Dialog
Ein Buch, das in drei Kapitel unterteilt ist und 128 Seiten umfasst. Ein Film mit 3.420 Bildern pro Sekunde, gedreht mit einer Bolex H16 Rex auf 16mm-Material. Vielleicht ist die Suche nach Unsterblichkeit genau das: der Versuch, eine Gesamtheit einzufangen, die zugleich unmöglich und fragmentarisch ist. – Synchro Film Fest
Zum Mars

Rainer Knepperges DE 2026 | Weltpremiere | 5 min | Deutsch
Köln ist in Deutschland der einzige Ort, an dem Astronauten ausgebildet werden. Der Astronaut Matthias Maurer, Projektleiter der Luna-Anlage in Köln, gibt ein Radio-Interview.