Žilnik ist einer der führenden Regisseure der jugoslawischen Schwarzen Welle der 1960er und 70er Jahre. Mit seinem neuesten Werk hat er eine Hommage an das Älterwerden geschaffen, die nie ins Jammern gerät, ohne dabei altersbedingte Tücken auszuklammern. Milan Kovačević spielt die über 80-jährige Hauptfigur auf eine so liebevolle und nahbare Art, dass man gar nicht anders kann, als ab der ersten Szene in einem Wiener Schallplattenantiquariat an seinen Lippen zu hängen. Der Film verbindet (sozialistische) Geschichte mit der persönlichen Geschichte des Protagonisten, der das während dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte Anwesen seines Vaters erbt. Es entwickelt sich eine Reise zwischen Zukunft und Vergangenheit, bei der vieles offen, aber trotz des fortgeschrittenen Alters nichts zu spät ist – dieses berührende wie schlicht und ergreifend schöne Werk ist eine ganz besondere Art des Coming-of-Age. – Paula Ruppert
Želimir Žilnik
RS / SI 2025 | Fipresci-Preis, GoEast
118 min | Serbisch, Deutsch
Želimir Žilnik
Geb. 1942 in Novi Sad, Serbien. Vom sozialistischen Staat unter Tito über die Bundesrepublik der 1970er Jahre bis hin zu den Balkankriegen der 1990er reflektiert sein über fünfzig Filme umfassendes Oeuvre die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen verschiedener Gesellschaften. Seine Fähigkeit, aus dem Alltag gewöhnlicher Menschen fesselnde Erzählungen zu entwickeln, zieht sich als roter Faden durch sein Werk.
Filme (Auswahl)
Paradies 1976 | The Second Generation 1984 | The Old School of Capitalism 2009 | Logbook_Serbistan 2015 | Das schönste Land der Welt 2018 | Eighty Plus 2025
R: Želimir Žilnik | B: Želimir Žilnik, Tanja Šljivar | K: Jovan Milinov | E: Vuk Vukmirović | P: Sarita Matijević Žilnik | Mit Milan Kovačević, Milivoj Kiždobranski, Vera Hrćan Ostojić, Mirjana Gardinovački, Lidija Stevanović, Katharina Gualtieri, Radoje Čupić, Nina Stamenković