Vom Saurier zur Atombombe: James Benning erkundet die (amerikanische) Zivilisations-Geschichte, anhand prägnanter Redeausschnitte von Präsidenten (Harry S. Truman, Dwight D. Eisenhower, Ronald Reagan) und Aktivist:innen (Stokely Carmichael, César Chávez, Severn Cullis-Suzuki), die in Bezug zur Gegenwart erschreckend visionär wirken. Bennings strenge filmische Installation lässt keinen Eskapismus in die Kontemplation zu wie sonst bei ihm: Dies hier ist eine verzweifelte Abrechnung und eine Mahnung. Die Unschuld der Hände, die Bauteile für das Jungsspielzeug einer Modelleisenbahn bemalen, ist definitiv verloren. Benning exponiert sie in Einstellungen, die einem didaktischen Lehrfilm entstammen könnten. Dazu hören wir Songs von Ricky Nelson über Pete Seeger bis Cat Power, alle prägend für Benning und sein 82-jähriges Leben. – Wolfgang Lasinger
Ein Film, der in die Vergangenheit blickt, um vor der Zukunft zu warnen, aus der Perspektive eines kleinen Jungen. – James Benning
James Benning
USA 2025 | Grand Prix, Cinéma du Réel
74 min | Englisch
James Benning
Geb. 1942 in Milwaukee, USA, studierte Mathematik, dann Film in Milwaukee. Unterrichtete am California Institute of the Arts. Seit 1979 dreht er als radikal unabhängiger Regisseur dokumentarisch-experimentelle Filme, bis 2007 auf 16mm, seit 2009 digital. Zudem realisiert er Installationen mit filmischen Elementen im Kunstbereich.
Filme (Auswahl)
One Way Boogie Woogie 1977 | 11 × 14 1977 | Landscape Suicide 1986 | Deseret 1995 | Four Corners 1997 | California Trilogy (El Valley Centro, Los, Sogobi) 1999 – 2001 | 13 Lakes 2004 | Ten Skies 2004 | RR 2007 | Ruhr 2009 | Two Cabins 2011 | Maggie’s Farm 2020 | The United States of America 2022 | Allensworth 2023 (18. UX) | Breathless 2024 | little boy 2025
R+P: James Benning | V: Arsenal Institut | Mit Johnan Jahromi, Alessandro Streccioni, Yusef Ferguson, Yuan Gao, Nelson De Los Santos, Calum Walter, Nathan Meier, James Benning