Gedenkinitiative für NS-„Euthanasie”-Opfer
Filme & Gespräche
sonntag 11 okt 16:30 werkstattkino | zu gast: die angehörigen der opfer
In Kooperation mit der Gedenkinitiative lädt UNDERDOX zu einem Nachmittag mit Filmen und Gesprächen mit den Angehörigen von Opfern der NS-„Euthanasie” ein. Unser Dank gilt Sibylle von Tiedemann von der Gedenkinitiative.
Das Schweigen brechen (R: Robert Domes)
Um die 300.000 Menschen fielen in der Nazi-Zeit den „Euthanasie”-Morden zum Opfer. Jeder achte Deutsche hat einen ermordeten Verwandten unter seinen Vorfahren. Doch in der Erinnerungs- und Gedenkkultur spielen sie nur selten eine Rolle.
Gleichzeitig beeinflussen diese Verbrechen bis heute unsere Gesellschaft in der Diskussion über Inklusion, den Umgang mit Behinderten und Randgruppen. Die Krankenmorde haben in den Familien, in denen ihr Schicksal verschwiegen wurde, ein Trauma hinterlassen.
Viele Nachkommen machen sich auf Spurensuche. Sie brechen das Schweigen und erzählen von den ermordeten Angehörigen, nennen öffentlich ihre Namen. „Das Schweigen brechen” zeichnet das NS-System der Krankenmorde nach und gibt den Angehörigen das Wort, die sich auf die Suche nach der Wahrheit gemacht haben.
Filmgespräch mit den Angehörigen der Opfer:
Begrüßung: Gedenkinitiative (Sibylle von Tiedemann)
Filmgespräch mit: Barbara Baum, Margarete Flygt und Josef Held
anschließend:
Eigentlich wollte ich nicht so lange bleiben (R: Andreas Grützner, Preis der deutschen Filmkritik)

In den späten 1970er-Jahren zog Andreas Grützner vom Dorf nach Hamburg. Als 17-Jähriger findet er eine Anstellung in den Alsterdorfer Anstalten. Der Ort und der gewaltvolle Umgang mit den dort untergebrachten Menschen mit Behinderung überfordern ihn, doch er bleibt und erlebt einen gesellschaftlichen Wandel mit. Die späte Aufdeckung eines Familientraumas setzt ein Nachdenken über die Zeit in Gang.